Mythos
Aus Jediwiki
Der Spitzname Mythos entstand Januar 2008 als Ableitung des Namens meiner JtG-Spielfigur - Mytala Hoshier.
Ich grübelte damals, was ein schmucker Name für einen Charakter wäre und wie man daraus eine Kurzform fürs
IRC (das ich damals noch benutzte) und Forum machen konnte. Ausgegangen war ich vom Vornamen einer
Jedi Twilek aus den Filmen, der Nachname entstand, als ich mit
Freunden Star Trek: Deep Space Nine geschaut
hab (bin eig kein star trek fan), eine der Figuren hieß Dr. Bashir - fand ich klangvoll. Nach etwas Grübeln wurde
der Vorname Mytala, der Nachmane Hoshier. Die jeweils ersten drei Buchstaben von Vor- und Nachname ergeben
"m y t" sowie "h o s" - und so war nicht nur Charname, sondern auch Spitzname gefunden.
Spieler-Kurzinfo
Zum Spiel kam ich April 2006, seitdem habe ich mehrere Charaktere gespielt.
Im Laufe der Zeit hab ich so ziemlich alle der Machtfähigkeiten ausprobiert und einige lieben, andere hassen gelernt.
Neben dem Spielen habe ich im Forum eine Menge geschrieben, hauptsächlich im Ideen- und Offtopicbereich.
Ebenfalls schrieb ich für die erste JediWiki, sowie für die jetzige, viele Artikel - bzw an ihnen mit.
Letzte Projekte waren eine Erweiterung der Ingamehilfe, sowie das Aufstellen einer Jobs & Talente FAQ.
Jüngstes Projekt war eine FAQ zu Spielfunktionen.
Am 10.01.2012 wurde ich von Qypebe als Unterstützung ins JediWiki Team berufen.
frühere Charaktere - Auswahl
Minako April bis August 2006
Mytala Hoshier Januar bis November 2008
Kyriu Strathi Januar bis September 2009
Catti Vedjirou September 2009 bis November 2010
Mytala Hoshier seit dem 1. Dezember 2010
Charaktergeschichte
Mytala Hoshier ist eine attraktive Twi'lek unbestimmbaren Alters. Auffällig ist nicht nur die ihrer Spezies
angeborene Schönheit, sondern auch ein Muster aus Tätovierungen in ihrem Gesicht und an ihren Lekkus.
Sie trägt bevorzugt dunkle, weitgeschnittene Kleidung, die ihre Größe und Körperformen verschleiert.
Wenn sie einem Abenteuer nachjagt trägt sie auch manchmal andere Kleidung, z.B. knappe oder enge
Gewänder, Kapuzenmäntel oder übermalt sogar mit Hautfarben ihre Tätovierungen.
Mytala benimmt sich Fremden gegenüber oft wie ein arrogantes Kind, um ihre wahren Gefühle und Intelligenz
zu verbergen. Über ihre Kindheit und Jugend ist wenig bekannt.
Zum ersten Mal in Erscheinung trat Mytala auf Tatooine, als sie, spärlich bekleidet, Piraten niederschoss
und deren Schiff stahl. In den nachfolgenden Jahren reiste sie Quer durch die Galaxis und führte das Leben einer
Glücksritterin. Mehrere Casinos der Kernwelten haben hohe Preisgelder wegen Falschspiels auf sie ausgesetzt.
Es gibt leise Gerüchte, dass sie zeitweise Mitglied der Organisation Schwarze Sonne war.
Das Schiff der Piraten durfte Mytala behalten, es gilt jedoch als verschollen, seitdem sie auf Nar Shaddaa lebt.
Steckbrief
| ausgeprägte Mächte: | ||||
| Spezies: | Twi'lek | Machtwissen: | umfangreich | Meister: | Criss |
| Heimatwelt: | unbekannt | Duellkampfstil: | Makashi | (helle Seite) | |
| Geschlecht: | weiblich | nutzt Elemente aus: | Soresu, Djem So | ||
| Augenfarbe: | hellbraun | weiterer Kampfstil: | Jar'Kai | ||
| Hautfarbe: | violett | Ausrichtung: | Kampfmagierin | gesucht wegen: | Diebstahl |
| Größe: | 178 | Gesinnung: | graue Jedi | Falschspiel | |
| Alter, vermutet: | 25-35 | Machteinstufung: | hoch | Wettbetrug | |
| Merkmale: | schwarze Tattoos | Allianz: | keine | Spionage |
Jenseits von Gut und Böse
Kapitel 1: In die Freiheit
Sie schreckte auf, rutschte vom Sitz und kauerte sich mit dem Rücken zum Pult auf den Boden.
Mit aufgerissenen, ängstlichen Augen fixierte sie die Treppe. Merkte nicht, dass das Licht viel zu hell für
den Kerker war. Erwartete, dass ihre Peiniger im Türbogen erscheinen und das allabendliche "na ihr Süßen,
wer will Spaß haben" und das wiederliche Lachen gröhlen würden. Hörte das gehetzte Klirren von den Ketten
der anderen Mädchen, die in eine Zellenecke zu kriechen versuchten und ebenso panisch waren, wie sie selbst.
Fragte sich einmal mehr, warum sie diese Halskette trug anstelle der normalen Ketten, wieso dieses Ding sie
schwach machte und in ihr eine tiefe Leere erzeugte.
Nach den Augenblicken der Angst erkannte sie, dass die "Treppe" nur der Gang war, der von der Kommandobrücke in
die übrigen Schiffsbereiche führte und dass das "Klimpern der Ketten" nur das Piepsen der beiden Astrodroiden war.
Endlich nahm sie wieder wahr, wo sie sich befand: In Freiheit. Sie hatte geschlafen, es war nur ein Traum gewesen...
ein Traum von ihrem Alptraum. Bevor ihre Gefühle sie überrannten, strich sie sich mit einer Hand über den Hals:
Die Kette war fort.
Mytala zog ihre Kniee zur Brust, versteckte ihr Gesicht an ihnen und fing an zu weinen, aus Angst und Erleichterung.
Sie war entkommen. Wusste nicht mehr, wie, erinnerte sich nur... irgendwann hatte sie einen Blaster in der Hand,
befand sich in einem Schusswechsel mit zwei Menschen. Sie musste den Kampf gewonnen haben, da sie noch am
Leben war und an Bord eines (deren) Schiffes die Sterne bereiste. Das nächste klare Bild in ihrer Erinnerung war,
wie sie ungläubig, so wie ein Kind das schönste Geschenk seines Lebens anglotzen mochte und sehnsüchtig, wie
Liebende vor ihrem Kuss, in den Weltraum starrte.
Verwirrt, bewegt, erschüttert, ihn wieder durch das Fenster eines Schif-
-Mytala zuckte abrupt zusammen, angeekelt. Ihre Tränen waren die Oberschenkel entlang gelaufen in ihren Schoß,
die Nässe erinnerte sie an ihre Jahre der Hölle in der Cantina. Sie zitterte. Verglichen mit der Cantina war es kalt im
Schiff. Sie fröstelte jedoch nicht nur deswegen oder ihrem Gefühlschaos, sonder auch, weil sie immernoch nur das
Korsett und die Seidenstrümpfe am Leib hatte, die sie im Verlies tragen musste. Plötzlich pulsierte Energie durch
ihren Körper, welche die Angst vertrieb. Sie sprang auf, riss sich Strümpfe und Korsett vom Körper, trocknete sich
und ließ die Fetzen fallen. Unsicher schaute sie hinab zu den weißen Stofflumpen, der letzten sichtbaren Fessel
aus ihrem alten Leben. Was sollte sie jetzt nur tun? "...anziehen, das wär gut..."
Lautes Tuten unterbrach alles Denken. Noch bevor Mytala sich fragen konnte, was es bedeutete, sah und verstand sie es:
Ein seltsames, schönes Lichterspiel war durch die Brückenfenster zu sehen, als das Schiff aus dem Hyperraum fiel.
Ein Monitor erstrahlte, auf weißem Hintergrund entstand langsam eine Liste. Mytala hatte Mühe, konnte die Worte jedoch
entziffern. Der Computer schien aus dem interstellaren Funk aktuelle Nachrichten zu sammeln und eine Übersicht zu erstellen.
Sie sah wieder durch das Fenster. "Später, jetzt brauch ich Kleidung" dachte Mytala. Sie wirbelte herum und hastete zum
Gang, stolperte jedoch aus Nervosität über die Türschwelle und landete zwischen den Astrodroiden. Der zu ihrer Linken
piepte, er klang fast besorgt. Sie drehte sich auf den Rücken, zwang sich zu einem Kichern und tätschelte die kalte
Stahlhaut des Droiden. Mytala blickte in das, was sie für sein Auge hielt und murmelte "alles gut".
Der Droide trillerte, klang diesmal erleichtert. Sie rappelte sich auf, wobei sie sich am Türrahmen festhielt - ihre
Kniee waren zittrig. Dabei wurde ihr Blick von einer Anzeige des Steuerpultes angezogen. Obwohl Mytala schon einiges
an Sprache, vor allem der geschriebenen, vergessen hatte, erkannte sie die Symbole. Während ihrer "Arbeit" in der
Cantina hatte sie damit zu tun, es waren Zahlen. Sie hatte auch Zeit gehabt, sich einiges wieder in Erinnerung
zu rufen während des Fluges und diese spezielle Anzeige war ihr sehr schnell aufgefallen: Ein Countdown.
Sie hatte vermutet, aufgrund der Angabe in Tagen, Stunden und Minuten, dass es sich um die Reisezeit im Hyperraum
handelte. Nun erkannte sie, dass die Anzeige, die jetzt 39 Minuten angab, wohl doch den gesamten Flug einberechnete.
Mytala drehte sich wieder um, grübelte. Es hatte jemand viel Geld in das Schiff gesteckt. Vermutlich zumindest,
denn wer lässt sein Schiff soweit modifizieren, dass durch zwei Astrodroiden fast vollständig automatisiert war
und somit auch verbal gesteuert werden konnte, oder dieser Nachrichtencomputer, wenn der Rest des Schiffes
schrottreif ist? Mytala schüttelte heftig den Kopf, um nicht in ihre Gedankenwelt zu versinken - eine Gewohnheit,
um sich vor ihrem "Leben" in der Cantina abzuschotten und zumindest kurz etwas Frieden zu spüren.
Wieder tastete sie nach ihrem Hals, um sicher zu sein, dass dies kein Traum war. Blinzelte. Schüttelte den Kopf.
"Waschen und anziehen..." Sie musste es laut ausgesprochen haben, denn einer der Droiden piepste und drehte seinen
Kopf Richtung Schiffsinneres. "Da ist Kleidung?" Obwohl Mytala in der Cantina bei vielen "Gelegenheiten" sprechen
konnte, genauer gesagt durfte, auch mit den andren Mädchen im Kerker, so fiel ihr das Reden schwer. Worte
fehlten oder brauchten etwas, ehe sie ihr einfielen. Der Droide drehte seinen Kopf wieder zu Mytala und trällerte
kurz, es klang zustimmend. "Danke" sie lächelte schüchtern, der Droide piepte. Sie ging los, langsamer
diesmal, um nicht wieder zu stolpern.
Mytala stand vor zwei Schränken, verunsichert. Dem kurzen Moment des Stolzes, sich wieder an die richtige
Bezeichnung für diese Kisten erinnert zu haben, folgte erneut Verwirrung: "Wie öffnet man das?"
Sie betrachte die Schränke von oben bis unten, bis ihr Blick wieder auf den Metallstab (Griff?) fiel. Zögerlich
streckte sie die Hand aus und drückte drauf - Nichts. Sie seufzte, streckte die Hand dann wieder aus und zog
dran - ängstlich, schwach, wieder Nichts. Mytala quiekte, aber bevor sie aufgab, zog sie stärker und plötzlich
öffnete sich die Tür mit einem Klicken. Im Hauptteil hingen Jacken und ein Mantel, darunter standen Stiefel.
In Fächern daneben lagen Pullover, Hemden, Hosen und zwei Gürtel. Wiederum darunter lagen in Schubladen
Unterhosen und Socken - alles für Männer. Mytala brauchte einige Momente, um sich an alle Bezeichnungen
zu erinnern. Sie öffnete den anderen Schrank, er war ähnlich eingerichtet: Im großen Bereich wieder Jacken
und ein Mantel, darunter Stiefel. In den Fächern daneben Pullover, Hemden, Hosen, Gürtel - insgesamt jedoch
mehr. Unter den Fächern wieder Schubladen, diesmal jedoch zwei verschiedene Arten Unterwäsche, ehe die Socken
kamen und die Socken waren Strümpfe - der zweite Schrank enthielt Damenkleidung. Mytala nahm ein Hemd heraus,
die Größe passte, eigentlich sogar etwas zu groß. Sie besah sich die Unterwäsche, fing dabei an zu schluchzen
und leise zu schreien. Das mochte sie nicht anziehen. Tränen stiegen ihr in die Augen. Minuten verstrichen,
bis sie sich wieder beruhigt hatte. Mytala seufzte und atmete tief durch. "Du bist frei... ich bin frei...
also auch frei, alles zu tragen." Sie nahm einen schwarzen, schlichten BH und strich damit über ihren Arm.
Der Stoff war weich und fühlte sich "gut" an. Die Größe stimmte auch etwa, vielleicht zu klein.
Die Slips waren für eine Frau mit schmalerer Taille. Mytala seufzte und suchte im Männerschrank. Auch zu klein.
Sie schnaubte und verdrehte die Augen "dann eben ohne", wählte zum BH Wollstrümpfe, einen dünnen Pulli,
eine Pilotenhose und die dazu passenden Stiefel, sowie den Mantel und legte alles auf einen Tisch.
Dann ging sie in den Waschraum und duschte, wobei sie viel Seife nahm. Nicht nur, weil sie endlich mal wieder
echte Seife benutzen konnte, sondern weil sie von dem süßlichen Blumenduft begeistert war. Nachdem sie sich
getrocknet hatte bekleidete sie sich, stockte jedoch bei den Stiefeln. Sie grübelte noch über die Verschlüsse,
als ein langes Tut erklang und sie zusammenzucken ließ.
Als Mytala wieder die Kommandobrücke betrat leuchtete übder dem Pilotensitz ein weiterer Monitor, er zeigte
einen älteren Mann in Militäruniform. Hinter ihm sah man die Brücke eines größeren Schiffes. Sie schaute aus
dem Fenster und murmelte "eines sehr großen Schiffes". Der Mann blickte von irgendetwas auf und in den
Monitor, begann zu sprechen - streng, ungeduldig.
"Hier ist Admiral Leon Idaz vom Kreuzer Valliant! Ihr seid in Coruscants Hoheitsgebiet eingedrungen und werdet
galaxisweit steckbrieflich gesucht! Euer Schiff wird aufgebracht! Legt alle Waffen ab, ein Entertrupp kommt an Bord!
Mytala erschrak, konnte kaum denken, schrie "Nein! Warten!" Der Offizier rümpfte die Nase, als wenn es
ihn anwiderte, mit ihr zu sprechen. "Was denn!" "Ich... ich bin kein... ich meine... Hilfe!" "Ihr seid keine was! Piratin?!"
"Ja... ich... ehm... Sklavin... geflohen bin..." Der Offizier überlegte kurz, sprach dann etwas ruhiger.
"Interessant. Darüber kann man reden. Ich dachte die Meldung sein ein Scherz!" "W-was?" Er wurde
wieder sachlich. "Euer Schiff wird aufgebracht und durchsucht! Wir beide werden uns unterhalten! Valliant Ende!"
Der Monitor erlosch, Mytala blieb verstört stehen. Sie merkte erst jetzt, dass sie noch den Stiefel in der Hand
hielt. Sekunden später gab es einen kurzen Lichtblitz vom Kreuzer und plötzlich war grünliches Licht durch die
Fenster zu sehen: Ein Traktorstrahl erfasste Mytalas Schiff. Die beiden Astrodroiden fingen an, aufgeregt zu
piepen und zu trillern. Mytala drehte sich zu ihnen um und sagte einem Gefühl folgend "Nein... Antrieb aus."
Der Countdown auf der Steuerkonsole zeigte noch einen Moment "11 Minuten 32 Sekunden" an, ehe er erlosch.
Kapitel 2: Der erste Schritt
Das Schiff wurde in eine Landebucht gezogen. Während Soldaten es durchsuchten wurde Mytalas selbst zur
medizinischen Station gebracht und vom Chefarzt untersucht. Es dauerte Stunden. Mytala hatte sich entkleiden
müssen. Fand die Prozdeur widerlich. Einzig der während des gesamten Vorganges neutral-interessiert-sterile
Blick des Arztes - ein Gesichtsausdruck, wie ihn nur ein erfahrener Mediziner aufsetzen konnte - hielt Mytala
davon ab, zu schreien und Amok zu laufen. Endlich sagte der Arzt, die Untersuchung sei beendet und sie, die Twi'lek,
gesund. Etwas lädiert, keine Narben, körperlich fit und noch fruchtbar. "Als wenn ich Kinder zeugen will", dachte sie.
Anschließend wurde Mytala von Soldaten zum Quartier des Admirals Leon Idaz geleitet. Sie wurde nervös.
"Soll ich etwa..? Will er mit mir..?" Der alte Mensch - immer noch kräftig, stattlich, gut einen Kopf größer als Mytala
- lächelte freundlich. Hielt in der Hand ein Datapad, das ihm kurz vor Mytalas Erscheinen gebracht worden war
und die Ergebnisse der medizinischen Untersuchung wiedergab. Bat sie, sich zu setzen. Bot ihr heißen Tee,
Kekse, Kuchen und andere Süßigkeiten an. Leon Idaz strahlte Ruhe und Frieden aus, sein Blick, sein komplettes
Gebahren war offen - und nicht gierig-lüstern, wie sie befürchtet hatte. Die Twi'lek entspannte sich etwas.
Der Mensch fing an von sich zu erzählen, ging dabei langsamen Schrittes durch den Raum, blieb hier und da stehen.
Mytalas Blick wurde dabei auf die farbenprächtigen Gemälde an den Wänden gelenkt. Während sie Leon Idaz lauschte
schaute sie sich die Bilder an - Motive, die bestimmt aus längst vergangenen Zeiten stammten.
Eines zeigte ein großes, graues Monster mit riesigen Klauen, im Verhältnis zum Kopf kleinen Augen und vielen
großen Zähnen. Das Bild hatte eine Unterschrift, Mytala las "Bul-Ranci" ("Rancis sind doch lange ausgestorben?").
Ein Anderes zeigte eine Art Pferd, weiß, lange Beine, die Hufe mit Fell verhüllt, auf der Stirn ein Horn.
Ein Drittes zeigte einen Humanoiden, gehüllt in eine seltsame metallene Rüstung und einen Helm mit offenem
Visier. Das Wesen stand breitbeinig über einem besiegten Feind und streckte triumphierend ein Schwert und
einen überdimensionierten Werkzeughammer in den Himmel.
Das vierte Gemälde zeigte zwei Gestalten. Die eine in schwarz gekleidet. Sie hielt eine Art Griff einer Fackel
in der Hand, aus der eine rote Lichtsäule emporstieg. Mytala verstand nicht genau, wieso die beiden mit Lampen
zu kämpfen versuchten, dennoch. Der finstere Schemen befand sich ganz offensichtlich im Kampf mit der zweiten
Figur auf dem Bild. Diese trug ein beiges Gewand, war sehr klein, grünlich, mit langen spitzen Ohren und großen
Kulleraugen. Auch er oder es hielt so eine seltsame Fackel in der Hand, aber aus dieser schoss eine blaue Lichtsäule.
Vom Griff führten Linien (Kabel?) hinweg zum Gürtel, dann zu einem Kasten, den der Kleine auf dem Rücken trug.
Es gab noch ein paar Bilder, diese hatten jedoch keinen so großen Eindruck auf Mytala gemacht.
Admiral Idaz erzählte die ganze Zeit, von sich und seinen Erlebnissen. Die Twi'lek hatte aber Schwierigkeiten ihm
zu folgen. Er sprach schnell, so dass ihr zu wenig Zeit blieb, sich die Worte und Bedeutungen alle wieder in
Erinnerung zu rufen. Was sie sich am Ende zusammenreimte war, dass Idaz in seiner Jugend mehrfach draufgegangen
war (aber er lebt doch noch?), einige spannende Abenteuer erlebt hatte, gute Beziehungen zu mächtigen Polit- und
Armeegrößen unterhielt, einen Bruder hatte, der einen Werfer (nein, eine Werft) betrieb, und viel Ungewöhnliches
glauben konnte, auch wenn er Lügen zu erkennen vermochte (warum erzählt er das alles?).
Der Admiral endete schließlich und Mytala wurde bewusst, es war das Stichwort, dass sie nun von sich erzählen
sollte. "Aber wo anfangen", dachte sie.
Idaz hatte sie beobachtet, schien ihr Dilemma zu erahnen. Er fing an, Mytala Fragen über ihr Leben und ihre
Erfahrungen zu stellen. Zunächst antwortete sie nur auf die Fragen, aber allmählig ging sie dazu über, von sich
aus zu erzählen. Ihr Sprachstil blieb dennoch die ganze Zeit stockend und ängstlich. Nicht nur, weil sie über die
Worte nachdenken musste. Sondern vor allem, weil es sie schmerzte und ihr auch peinlich war, über ihre Erlebnisse
zu reden. Und weil sie sich an einiges nicht erinnern konnte: Wie war sie entkommen, wo und wann war sie geboren,
wie lange war sie in Gefangenschaft? Idaz wusste, wie alt sie war, ihr Alter war während der Untersuchung festgestellt
worden. Und durch einige ihrer Äußerungen konnte er den Zeiptunkt ihrer Gefangennahme in etwa bestimmen, vielleicht
ein paar Monate Abweichung. Er wollte aber nun nicht ihren Redefluss unterbrechen, lauschte ihr stattdessen weiter.
Sein Gesicht verzerrte sich mehrfach vor Trauer, Abscheu und Wut, während er die Geschichte hörte. "Gechichte",
ein Fantasygebilde nannte er es in Gedanken, denn Wahrheit war es für ihn noch nicht ganz.
Der Admiral fand es etwas unbefriedigend, dass Mytala sich nicht mehr an ihre Flucht erinnern konnte, gleichzeitig
erschien ihm ihre Geschichte etwas glaubwürdiger dadurch - ein Schock konnte schonmal einige Erinnerungen, vor
allem stressige, im Gedächtnis verschütten. Andrerseits wusste ein geschickter Lügner, wann er besser nicht zu
dick auftrug. Und doch war da etwas... nicht nur das Ergebnis der medizinischen Untersuchung.
Die junge Twi'lek betrachtete den alten Menschen. Seitdem sie geendet hatte saß er gedankenversunken und völlig
regungslos in seinem Sessel. Sie trank noch etwas Tee, aß mehr Süßigkeiten, seufzte - der Offizier rührte sich
jedoch weiterhin nicht. Sie wurde nervös und ängstlich ob seines langen Schweigens. Schließlich stand sie auf und
ging zum Fenster, schaute in den Weltraum hinaus, sah träumend und selbstvergessen zu den Sternen.
Irgendwann legte sich plötzlich eine starke, warme Hand auf Mytalas Schulter. Sie zuckte erschrocken zusammen
und schrie leise. Die Hand zog sanft, aber bestimmt, an der Schulter. Mytala drehte sich um - ließ sich umdrehen.
Hob ihren Kopf, um Idaz' Blick erwidern zu können, schaute in seine dunkelbraunen Augen. Sein Gesichtsausdruck
war gütig und väterlich, fast tröstlich. Ihre Gefühle brodelten auf und überranten sie. Die Twi'lek klammerte sich
an den Menschen und weinte sich an seiner Schulter aus. Er legte seine Arme um sie und wiegte sanft hin und her.
Sie saßen wieder. Mytala etwas verheult, Idaz ein ruhiger Fels in der Brandung. Er schenkte Tee nach und reichte ihr
Kuchen. Sie aß gierig. Er schaute ihr leise lächelnd zu. Wartete noch etwas, damit sie sich weiter beruhigen konnte.
Dann eröffnete er ihr: "Ich kann Euch helfen. Eine ID-Card und einen Job zu erhalten. Und noch mit einigem mehr."
Mytala wurde ängstlich. "Jetzt kommt's... er wird andre Worte sagen bestimmt, aber es bedeutet 'lass uns Spaß haben!'"
Der alte Mann beobachtete das Mädchen. Sah, wie sie erst versteinerte. Sah, wie sie dann ihr "Geschäftsgesicht"
aufsetzte. Entdeckte keine Hoffnung, Ruhe oder Freude in Mytalas Mimik, dass ihre Geschichte anscheinend
akzeptiert wurde, im Gegenteil, sie hatte Angst. Dies überzeugte Idaz fast davon, dass sie die Wahrheit sprach.
"Beruhigt Euch, Kind. Ich werde Euch zu nichts zwingen. Ich werde Euch nichts antun. Ich meine es ehrlich. Ich kann
und werde Euch helfen, in dieser Welt Fuß zu fassen. Euer Körper bleibt unberührt, das habt Ihr hinter Euch gelassen."
Die Twi'lek sank tiefer in ihren Sessel, überlegte.
"Er will mir helfen, aber keine Bezahlung dafür? Da stimmt doch was nicht?!"
Der Offizier wartete etwas, damit das Mädchen nachdenken konnte. Als er erkannte, dass sie wirklich nicht verstand,
erklärte er es ihr. Sie entspannte sich langsam, ihre Angst verflog großteils.
Der Mensch hielt Wort.
Mytala war zu diesem Zeitpunkt 19 Jahre alt, war zuvor 7 Jahre in Sklaverei gewesen.
Interludium
Leon Idaz half Mytala, eine ID-Card zu erhalten. Einige Daten blieben Unbekannte, aber das war in Ordnung,
nichts Ungewöhnliches. Er half ihr mit der Kopfgeldjägerbehörde. Diese war scharf auf das Piratenschiff, das
die Twi'lek gewissermaßen gestohlen hatte. Jedoch überzeugte der Admiral sie davon, dem Mädchen das Schiff
zu lassen, mehr noch, ihr auch einen Restbetrag vom Kopfgeld zu überweisen - 20.000 Credits waren nicht viel
verglichen mit den knapp 5 Millionen, sollte das Schiff intakt erbeutet werden, und so musste Idaz nun umgekehrt
Mytala überreden, darauf einzugehen.
Leon sprach mit seinem Bruder Eli. Eli war Chef einer Werftanlage, die fast ausschließlich Aufträge vom Militär
erhielt, bzw. annahm - die Arbeiter mussten also besondere Auswahlkriterien erfüllen. Eli sprach mit
Mytala, dann mit seinem Bruder und erbarmte sich doch noch ihrer. Er wies ihr einen Liegeplatz für das Schiff
an und gab der Twi'lek auch Arbeit auf seiner Werft.
Durch den Job lernte Mytala viel übder das Steuern, Reparieren, Konstruieren und Modifizieren von Raumschiffen,
über deren Systeme und Technik. Ihre sprachlichen Fähigkeiten kehrten schnell wieder.
Mit einem der Werftarbeiter, einem offenherzigen, unschuldigen Wookiee, schloss die Twi'lek rasch Freundschaft.
Er war ebenfalls aus der Sklaverei entkommen. Konnte eine Menge Witze erzählen und Ulk veranstalten.
Der Wookiee brachte Mytala in der Freizeit das Lenken und Steuern von Raumschiffen bei, half ihr, mehr über
Wartung und Reparatur zu erfahren.
Auf der Werft abreiteten Angehörige vieler Völker, sodass die Twi'lek verschiedene Worte der fremden Sprachen
aufschnappte. Wenn sie nicht gerade arbeitete, schlief oder ihre Flugkünste verfeinerte, übte sie in ihrer Freizeit
die neugelernten Worte, brachte sich die Sprachen bei - natürlich nicht den gesamten Wortschatz und die
Grammatik, dennoch genug, eine kleine Unterhaltung abseits des Themas "Schiff" führen zu können.
Alles in allem jedoch lebte sie sehr zurückgezogen, ging nicht aus.
So vergingen das erste halbe Jahr auf Coruscant.
Bis Mytala dann doch die Einladung ihres Arbeitstrupps annahm, in ein Casino zu gehen und etwas Zerstreuung
zu finden. Vielleicht sogar ihre verdienten Credits bei einer Wette oder einem Glücksspiel zu riskieren.
Kapitel 3: Das Erwachen
Fast ein Jahr war vergangen seit ihrer Flucht von Tatooine.
Nach und nach war sie mit dem Wookiee soweit grün geworden, dass er ihr Kampfunterricht gab - unbewaffnet,
mit dem Messer und Kampfstab, einer Vibro und Blasterwaffen, alles was er wusste. Obwohl sie sich ihm anvertraut
hatte und er ihre Angst verstand, Sympathie für ihr Verlangen hegte, fühlte er sich unbehaglich - sagte ihr das
auch. Mytala kaufte sich eigene Waffen und ging bald nicht mehr zum Wookiee, sondern in Trainingseinrichtungen.
Sie lernte rasch.
Der Wookiee ging wieder freundlicher mit ihr um.
Mytala hatte während den monatlich stattfindenden "Lohn-auf-den-Putz-hau" Vergnügungen ihres Arbeitstrupps bei
den verschiedenen Glücksspielen einiges an Geld gewonnen - und auch bald wieder ausgegeben. Sie hatte
Bauteile gekauft für Hyperantrieb, Sublichtantrieb, Waffen, Schilde, Reaktor, top-aktuelle Sternenkarten... und mit
ihren neuerworbenen Fähigkeiten ihr Schiff aufgerüstet. Vor allem der angestaubte Klasse 3 Hyperantrieb
hatte umgebaut werden müssen - und war nun ebenso leistungsstark und sparsam im Verbrauch, wie moderne
Klasse 1.5 Triebwerke, zumindest die Zivilversion. Die Flugkünste der Twi'lek waren auch gewachsen.
Sie hätte in einem Jäger vielleicht nicht mit den Fertigkeiten eines Kadetten der caridanischen
Militärakadmie mithalten können, fand sich dennoch ganz passabel als Pilotin eines so großen Transporters.
Brauchte die Astrodroiden gar nicht mehr zur Schiffsteuerung (naja, einen Hyperraumsprung lass ich doch
besser sie berechnen und ausführen). Aber nun war sie pleite, hatte gerade genug für Verpflegung und
Liegegebühr (und das am Monatsanfang).
"Glücksspiel..."
Mytala hatte eine Veränderung an sich gespürt, seit sie... seit...
"Ja, seitdem ich das Halsband nicht, mehr trag." Sie nahm ihre Umgebung viel bewusster wahr.
Spürte all das Leben um sich herum. Und wie Stille sich breitmachte, sobald sie sich vom Planeten
entfernte und mit dem Schiff im All herumflog. Und beim Glücksspiel... manchmal konnte sie fast sehen,
was geschehen würde, Minuten, bevor es wirklich eintrat. So hatte sie auch ihr kleines Vermögen gemacht.
3 Monate ging sie nicht mit den Kameraden ihrer Arbeitstruppe ins Casino - sie sparte, wollte dann wieder
ihr Geld mehren. Die Leute fanden es schade, brachte es doch wahnsinnig Spaß, jemand aus ihrer Mitte gegen
das Casino gewinnen zu sehen. Sobald sie jedoch etwas Geld angesaprt hatte...
Mytala gewann. Mehr und schneller als früher. Sie ging auch ohne ihre Kameraden los zum Spielen. Sie dachte:
"Ich hab Waffen, ich kann kämpfen, selbst wenn einer so verrückt sein sollte, mich in Mitten der vielen Leute
kidnappen zu wollen..." - die Twi'lek war sich bewusst, dass sie sehr schön und sehr jugendlich im Aussehen war.
Also sehr lohnenswert für Sklaventreiber, Cantinenbesitzer und andere Schinder. Sie blieb jedoch "frei".
Innerhalb eines Monats hatte sie über 100.000 Credits gewonnen. Sie wusste - spürte? - natürlich, dass sie
nicht mehrfach nacheinander gewinnen "durfte". Und auch wenn sie täglich ihren Spielort wechselte, mal fast
nichts, mal sehr viel gewann, sie fühlte sich bald beobachtet. Weil Mytala sich früh nach ihrem "Neustart"
auf Coruscant hatte tätowieren lassen und nur in einem begrenzten Gebiet um ihren Arbeits- und Wohnbereich
der Werft spielte - und Casinos es nicht gern sahen, zu verlieren - war ihr Gesicht rasch bekannt.
Während ihrer letzten Spieltour fühlte sie plötzlich eine beißende Kälte. Diese kam von einem Menschen
- eigentlich von seinem Schoßtier -, der sich gerade an ihren Spieltisch gesetzt hatte. Es fühlte sich fast an
wie das Halsband, das sie in der Cantina auf Tatooine hatte tragen müssen. Als sie 4 Spiele in Folge verlor,
hörte Mytala auf. Irgendetwas in ihr sagte "flieh".
Und das tat sie.
Die Twi'lek kündigte ihren Job auf der Werft, holte ihr Restgehalt, verabschiedete sich von ihren Kameraden,
packte ihre Sachen und verließ Coruscant.
Bevor sie aufbrach hatte ihr Eli Idaz noch gesagt, nach Corellia zu reisen. Ein Freund von ihm, ein Mensch namens
Jon Thoreen, betrieb dort ein Fuhrunternehmen - Personen, Pakete, größere Fracht, für Privatleute, Touristikfirmen,
Regierung und auch das Militär. Jon suchte oft neue Piloten, am Besten mit Erfahrung und natürlich eigenem Schiff.
Mytala sei zwar unerfahren als Pilotin, aber als Mechanikerin mit eigenem Schiff würde das wohl gehen.
Währen ihr Schiff in den Weltraum aufstieg, dachte sie darüber nach. "Ich, Tage oder Wochen mit Fremden eingesperrt
auf dem Schiff... kann ich das? Will ich das? Sie seufzte, grübelte. "Eli sagte, dass sein Freund gut auf die Piloten
aufpasst. Aber warum sucht er dann 'oft neue'?" Mytala seufzte wieder. Sie hatte genug Geld, um es sich irgendwo
einige Zeit gut gehen zu lassen, konnte dann eine Arbeit suchen. Dann schauderte sie kurz, als ihr die Worte ihrer
Arbeitskollegen einfielen "eine junge, hübsche Twi'lek sollte nicht allein unterwegs sein".
Außerdem, gefährlich oder nicht, wollte sie etwas vom Universum sehen. Die Sterne bereisen. Aufregendes erleben.
Was also besser, als für eine Chartergesellschaft zu arbeiten?
Als das Schiff den Orbit von Coruscant erreichte, hatte Mytala sich entschieden. Sie ließ die Droiden einen Sprung
nach Corellia berechnen.
Kapitel 4: Aufbruch in ein neues Leben
Die Reise verging recht schnell, obwohl das Schiff nicht Höchstgeschwindigkeit flog.
Mytala brauchte Zeit. Sie wollte... Der Schiffs-PC, sie nannte ihn deshalb auch Lerncomputer, hatte eine große
Datenbank mit Informationen zu vielen Themengebieten. Die Twi'lek glaubte nicht an Wahrsagerei und diesen
Hokuspokus, dennoch. In den Casinos auf Coruscant hatte sie irgendeine "seherische" Fähigkeit eingesetzt.
Sie las viel, glaubte jedoch nicht, dass das Gelesene auf sie zutraf. Irgendwas fehlte. Schliesslich fand sie ein
Datenverzeichnis, das sich mit einer mystischen Kraft befasste. Diese Kraft nannte man "die Macht".
"Das doch Quatsch?!" murmelte Mytala mehrfach während der Lektüre. Verwirrt schaltete sie die Konsole aus.
Sie drehte sich mit dem Stuhl und schaute nach vorn auf die Fluguhr: "noch 10 Stunden." Sie gähnte. Als sie
Momente später erneut gähnte und spürte, wie ihr die Augen schwer wurden, stand sie auf, ging duschen und
dann zu Bett. 8 Stunden später schreckte die Twi'lek aus tiefem Schlaf. Der eingestellte Weckalarm tutete dem
Takt nach bereits seit einigen Minuten. "Dabei bin ich doch sonst sofort auf?" Sie schaltete den Alarm ab und
ging in den Waschraum, baden. Dachte dabei, dass es viel praktischer wäre, in ihrem Quartier ein Bad zu haben,
um nicht immer hin- und hertapsen zu müssen. Ging nach dem Abtrocknen zurück in ihr Quartier um sich anzuziehen
- sie hatte vergessen, Kleidung mitzunehmen. Mytala seufzte. Sie hatte für sich das "Kapitänsquartier" ausgewählt.
Aber abgesehen von einem modernen Türschloss, einem Kleiderschrank, und einer Vitrine für ihre Waffen hatte sie sich
noch nicht wohnlich eingerichtet. Sie sollte-
Ein fröhliches piepen, das von den beiden Astrodroiden kam, riss die Twi'lek aus ihrer Überlegund. Sie war
gedankenversunken zur Brücke gegangen. Grüßte die beiden Droiden, machte dann kehrt, um zu frühstücken.
Ging anschließend zurück zur Brücke. Die Fluguhr, Mytala hatte sie umprogrammiert, dass sie nur die Dauer des
Hyperraumfluges angab, zeigte 24 Minuten an. Während der verbleibenden Zeit malte sich Mytala aus, wie sie ihr
Schlafzimmer und den Wohnbereich des Schiffes bequemer und schöner einrichten konnte.
Gleich nach der Landung und nachdem die Formalitäten im Hafen erledigt waren, setzte Mytala ihre Ideen um.
Tische, Stühle, Schränke... vieles von der alten EInrichtung wurde durch Neues ersetzt. Ein paar künstliche
Pflanze kamen dazu. Sabacc und andere Spiele, dazu ein großer Tisch, in dem alles verstaut werden konnte und
dieser damit auch als Esstisch diente. Kleine Beistelltische und -schränke, um darauf etwas ablegen zu können
und in deren Stauraum Reinigungsutensilien und anderes Kleinzeug unterkamen. Zuletzt ersetzte Mytala die
Schiffsbeleuchtung. Sie mochte das Weiß nicht, fand es war zu kühl und steril. Nachdem die Twi'lek sich
mehrere Möglichkeiten angeschaut hatte, entschied sie sich für ein helles Blau. Sie fand es eine gute Wahl,
es war mild und beruhigend.
Tags darauf - sie hatte heiß geduscht, ausgiebig gefrühstückt, eine Weile den Schiffen beim Starten und Landen
zu gesehen - ging die Twi'lek zum Firmensitz von Jon Thoreens Charterunternehmen. Sie war nervös. Das
Unternehmen war in einer einzelnen Etage untergebracht, was Mytala seltsam fand. "Wo sind die Schiffe?"
Andrerseits kannte sie nicht viel von der Welt. Von der Sekretärin wurde sie freundlich weitergeschickt,
gleich ins Büro. Die Tür stand offen, Mytala trat ein. Jons Büro war sehr klein, vielleicht 9m². In einer Ecke
hinten 1 großes PC-Terminal, vermutlich der "Aktenschrank", 2 Besucherstühle, 1 Schreibtisch mit 2 Computern,
vielen Datapads und dahinter in einem Drehsessel Jon Thoreen. Er war deultich jünger als die Brüder Idaz, von
Größe und Austrahlung her hätte er jedoch ein dritter Bruder sein können. Er saß halb abgewandt, den Blick
angestrengt auf einen der Monitore gerichtet, in der Hand ein Datapad. "Name?" "Mytala Hoshier."
Kaum hatte sie ihren Vornamen ausgesprochen, schaute der Mensch überrascht und interessiert zu ihr auf.
"Ein Weibchen?" Ermusterte sie von Kopf bis Fuß und wieder hinauf "sehr jung und sehr attraktiv. Ihr findet
hier weder Ballet- noch... andere Tanzschulen." Er grinste. Eine Wallung des Zornes huschte über sie hinweg.
Äußerlich versuchte sie ruhig zu bleiben. Während des Gesprächs tippte der Mensch in das Datapad.
"Kenntnisse?" "Ich kann fliegen und war 1 Jahr Mechanikerin auf der Werft von Eli Ida-" "Eli? Ernsthaft?
Eli... 1 Jahr ist nicht viel, aber wenn er Euch zu mir schickt, das natürlich was andres. Setzt Euch doch."
Er deutete auf einen der Stühle, sie setzte sich. Faltete verlegen ihre Hände im Schoß, starrte zu Boden.
"Nanana, nicht so schüchtern." Jon lehnte sich über den Tisch, streckte einen Arm aus, legte Mytala einen
Finger unters Kinn und schob ihren Kopf hoch, alles in einer einzigen fließenden Bewegung. Als die Twi'lek
ihm in die Augen schaute setzte er sich wieder. "Gut. Ich suche in der Tat jemand neuen. Elis Empfehlung
öffnet Euch fast Tür und Tor. Erst muss ich mehr wissen, versteht Ihr? Zunächst, mehr über Euch."
Ohne es zu wollen wurde Mytala ängstlich und drückte sich in den Sessel. Jon bemerkte das, drückte einen
Knopf und die Bürotür schloss sich. "Bitte, habt keine Angst. Ich bin ein alter Brummbär, wenn sich ein so
hübsches junges Ding in meiner Gegenwart fürchtet erwacht mein Beschützerinstinkt und ich werd zum Kind.
Zeigt mir die Monster, ich verjag sie." Der Mensch lächelte aufmunternd, dann fing er an zu brummen
und wedelte mit den Armen, als wolle er wirklich etwas verjagen. Schließlich musste die Twi'lek lachen, das
Schauspiel war kindisch und irgendwie niedlich. "Wieder gut?" Sie nickte. "Hört, Ihr müsst nichts erzählen, was
Ihr nicht wollt. Ich möchte nur ein wenig wissen über die Leute, die für mich arbeiten. Einverstanden?"
Eine Weile herrschte Schweigen. Mytala verstand nicht, was ihr Sorgen bereitete. Ihre Geschichte war bereits in
einigen Dateien festgehalten und konnte nachgeprüft werden. Aber vielleicht war es genau das, vielleicht wollte
sie nur wieder Privatsphäre haben nach der Tortur auf Tatooine. Sie seufzte schließlich, schaute Jon in die
Augen, nickte. Erzählte ihm "ein wenig" über sich.
Jon wusste, dass er nicht die ganze Geschichte gehört hatte, jedoch was er erfuhr fand er krass. Er überlegte
"jemand wie sie könnte erlöschen, sobald es hart wird, gleich einer Kerze bei Wind. Oder vielleicht aufwachen
aus einem bösen Traum und allmählig lernen zu leben. Ein Abenteuer könnte sein, was sie braucht."
"Ich danke Euch für Euer vertrauern. Hrm... Hr-hrrm... Es ist fast Mittag, also verzeiht bitte, wenn ich direkt
weiterhaste. Zu Eurem Schiff, Typ?" Mytala blinzelte verwirrt, während der Mensch wieder das Datapad nahm, um
Infos zu notieren. "Ja. Äh... ich meine Frachter." "Gut, das hätten wir dann, ich meinte jedoch nicht
Klassifikation, sondern Bautyp, Modell, wie auch immer. Daraus kann ich ersehen, ob es ein Frachter, Jäger oder
sonstiges ist." "Oh... Consular." Jon hob kurz die Augenbrauen. "Umbauten?" "Ja, es wurden viele Modifikationen
vorgenommen." "Welche?" "Ehm... zum Beispiel sind zwei Astrodroiden eingebaut, die alle Schiffssysteme vernetzen
und mit denen das Schiff komplett-" "Schon gut, das schau ich mir alles später an. Crew?" "Nur ich." Jon schaute
vom Pad auf "das ungünstig. Natürlich, mit den Droiden kann das Schiff gesteuert werden, ich kenn diese
Modifikation. Aber die Fracht und der Kapitän müssen geschützt werden, während des Fluges, auf dem Planeten,
überall. Was, wenn die Droiden ausfallen? Da ist es besser, wenn eine Besatzung vorhanden ist und wenn sie und
der Captain sich kennen, verstehen und mögen. Naja. Wir arbeiten mit einer zuverlässigen Wachschutzgesellschaft
zusammen. So schnell kann ich vielleicht nichts organisieren..." Jon drehte sich zu einem der Monitore und tippte
etwas ein. "Mit einem Copiloten wirds erstmal auch nichts. Alles sehr ungünstig." "Copilot?" "Ja. Für den Fall
der Fälle, es kann schonmal heikel werden bei Raumflügen." Er tippte weiter, um sein Auftragsbuch einzusehen.
"Günstig hingegen ist, dass das Militär morgen einige Spezialbauteile unauffällig verschiffen will. Sie schicken
immer ihr eigenes Personal als Schutz mit. Weiterhin günstig, dass zum selben Planeten auch ein paar Touristen
fliegen wollen, die noch keinen passenden Flug gefunden haben." Jon blickte zu Mytala und lächelte "also perfekt.
Euer Schiff kann aufgrund seiner Größe und Bauart beide Aufträge in einem Flug erledigen. Wachschutz ist
vorhanden, das Militär wird auf Euer Schiff, auf Euch, die Pilotin und auf die Fracht aufpassen. Bis Ihr wieder
hier seid werde ich eine reguläre Crew für Euch haben. Wollt Ihr?" Die Twi'lek fühlte sich überrumpelt.
Sie hatte nicht erwartet, dass es so schnell klappen würde, oder dass es überhaupt... andrerseits war es genau
das, was sie gewollt hatte. "Ehm... ja klar... super." Der Mensch nahm zwei neue Pads und tippte darauf herum
"nur ein Minütchen." Mytala schaute sich um. Erst jetzt bemerkte sie das Firmenlogo. Wobei es wirklich
sehr klein und nicht auffällig platziert war. Sie deutete darauf "das ist sehr schön, was bedeutet es?"
Nun war Jon etwas verwirrt. "Ach, das nichts, das erklär ich Euch, wenn Ihr drei Flüge erfolgreich absolviert
habt. Einverstanden?" Er zwinkerte verschwörerisch und lächelte väterlich, sie kicherte kindlich vergnügt.
Jon reichte Mytala die Pads. "Dies sind Frachtdokumente, für jeden Auftrag ein Pad. Dem Zoll sagen sie, was
er wissen muss. Dem Auftraggeber natürlich auch. Zudem bestätigt der Auftraggeber den Erhalt der Ware, dass
das Personal oder die Passagiere eingetroffen sind, dass alles nach Wunsch verlief, und sowas. Sobald Ihr
ankommt und die Frachten oder die Passagiere von Bord sind, solltet Ihr schnellstens den zuständigen
Auftraggeber aufsuchen und Euch den erfolgreichen Abschluss des Transport bestätigen lassen. Sobald Ihr
wieder hier seid, kommt zu mir und zeigt das Pad. Wenn alles in Ordnung ist erhaltet Ihr von mir den Lohn
für den Auftrag. Nicht früher. Also verliert niemals ein Pad. Alles verstanden?" Sie nickte. Die beiden
verabredeten sich für den späten Abend, damit Jon das Schiff besichtigen konnte.
Sobald die Twi'lek das Büro verlassen hatte fing der Mensch an zu träumen.
Natürlich, das Militär würde die Prämie kürzen, weil der Flug mit den Touristen ein paar Stunden später
angesetzt war, als die Abreisezeit des Militärs es vorgab. Andrerseits hatte Jon gerade keine Schiffe auf
Corellia, alle waren im Einsatz, also bedeutete die neue Pilotin, dass er so oder so das Geld für zwei
Aufträge erhielt. Zivilisten zahlten für gewöhnlich auch etwas besser, weshalb der Ausfall der Prämie für
den Militärtransport keine große Sache war. Und wenn das Mädel sich gut anstellte konnte er vielleicht
endgültig seine Konkurrenz für Militäraufträge ausstechen: Schiffe der Consular-Klasse wurden allgemein
von Diplomaten genutzt, also von Regierungen, es gab so gut wie keine Consular Frachter im "richtigen"
Zivildienst. Das Militär will sein Zeug unauffällig verschiffen. Und ein Diplomatenschiff... es geht
unauffälliger wohl kaum.
Jon schaute zu dem kleinen, fast versteckten Firmenlogo - der stilisierten schwarzen Sonne. "Der Boss
wird höchst zufrieden sein." Diese Überzeugung verstärkte sich noch, als er Mytalas Schiff besichtigte.
Starke Geschütze und Schilde, ein vernünftiger Hyperantrieb, ausreichend Frachtraum, der noch durch die
Rettungskapsel am Bug erweitert wurde - sehr schön für das Militär, wenn es Dokumente oder Offiziere
insgeheim verschiffen will - angenehmes und ansprechendes Interieur für die betuchten Touristen...
"Jetzt muss die Kleine sich nur noch als geschickt erweisen, dann kann ich sie dem Boss als Ersatz
für diese Schande von einem Corellianer vorstellen, der letzten Monat zwei Frachten verlor."
Kapitel 5: Sonnenaufgang
Mytala stand zeitig auf. Sie badete und frühstückte ausgiebig. Bei der Kleiderwahl grübelte sie
lange. Schließlich wählte sie den praktischen Pilotendress, der ein bisschen an eine Militäruniform
erinnerte. Sie legte ein Holster an und steckte eine Blasterwaffe ein. Als die Twi'lek Punkt 5 Uhr
die Rampe herabließ warteten die Soldaten bereits. Sobald der Commander Mytala erblickte lächelte
er kurz, dann salutierte er. "Guten Morgen, Sir! Bitten um Erlaubnis an Bord zu kommen!"
Mytala grinste, erwiderte den Salut. "Erlaubnis erteilt."
Während die Soldaten die Fracht an Bord brachten unterhielten sich die Twi'lek und der Offizier.
Lästerten über die langschlafenden Zivilisten (als wenn ich keine wär), sprachen über mögliche
Gefahren während der Tour. Der Commander stellte sie den Soldaten vor, sie zeigte allen den
Wohnbereich und die Unterkünfte, die Laufwege auf dem Schiff und erklärte Spezifikationen.
Schließlich setzten sie sich in den Wohnbereich und spielten etwas, um die Wartezeit zu verkürzen.
Als die Touristen gegen 8:30 Uhr endlich alle an Bord und ihre Koffer verstaut waren, startete
Mytala mit einem Kribbeln im Bauch zu ihrem ersten "Abenteuer".
Ihr Kopf dröhnte. Ihr peripheres Sichtfeld war durch einen Schleier getrübt. Sie schaute nach
links - ihr Blick schien Stunden für die Wanderung zu brauchen - wo vorher noch der Offizier
gesessen hatte. Aber dieser lag nun am Boden, Blut floss aus einer Platzwunde über seinem
rechten Auge. Über ihm stand ein Soldat, er schien etwas zu sagen - jedoch für die Twi'lek
klang es wie eine sehr langsam abgespielte, alte, kaputte Tonaufnahme. Dann wandte der
Soldat sich an sie, schien irgendetwas zu erklären, doch erneut klang es-
Schmerz loderte plötzlich in ihrer linken Gesichtshälfte, der Soldat hatte sie geschlagen.
Dafür "beschleunigte" sich für Mytala alles, es war wieder klar und verständlich, als das
Adrenalin (war es das?) und die Wut die Angst vertrieben.
Der Soldat deutete aus dem Fenster "aufgepasst Sir!" Mytala schaute hinaus. Offenbar waren
sie nach dem Sturz aus dem Hyperraum mit einem Schiff kollidiert (einem Jäger vermutlich).
Sie erblickte zwei Kampfverbände - der eine anscheinend aus einem schweren Kreuzer und
unzähligen Jägern, der andere aus je einem Schlachtschiff und Zerstörer und deutlich weniger
Jägern bestehend -, die sich ein Gefecht lieferten. Mytala dachte "ausgerechnet an unserem
letzten Wende- und Sprungpunkt!" Sie schaute zur Sensoranzeige. Obwohl sie es schon erkannt
hatte war die Twi'lek doch beruhigt zu sehen, dass das Schlachtschiff und der Zerstörer
auf dem Radar als grün, als verbündet, angezeigt wurden. Es war das Militär. Der andere
Kampfverband wurde auf dem Radar als gelb angezeigt - das konnten Piraten, Abtrünnige,
planetare Verteidigungstruppen oder wer weiß was sein. Die Droiden piepten, als sie das
Geschütze aktivierten, um das Schiff zu verteidigen.
Der Soldat fragte Mytala "was tun, Sir?" Ohne bewusst zu denken Antwortete sie "kämpfen.
Bis nichts mehr geht. Wenn Eure Schiffe nicht mehr schießen wür-" Sie rief den Droiden zu
"Geschütze nur auf Piraten noch schießen!" Grammatikalisch vielleicht inkorrekt, die
Droiden verstanden jedoch und reagierten sofort. "Sir! Wir sind ein ziviles Schiff mit
Waffen, hier im Gefecht! Unsere Schiffe sehen uns trotzdem als Feind!" Wie um das zu
unterstreichen tauchten auf dem Sensormonitor nun weiß-rot blinkende Punkte auf,
die vom Zerstörer auf ihr Schiff zuflogen - Raketen. Das Schiff wurde durch die Treffer
durchgeschüttelt. Warum werden wir überhaupt beschossen? Wir fliegen ein Diplomatenschiff.
Unser Transponder identifiziert uns vermutlich nur als Zivilschiff, Sir! Auf dem Radar ist
es nicht erkennbar, welchen Typ wir fliegen, da lautet die Devise der Flotte
'er schießen, dann fragen', Sir! "Das ist ja allerliebst... Vorschläge, Soldat?" "Springen, Sir!"
Sie schaute auf die Anzeigen. "Wir sind nur leider noch 7 Minuten vom Sprungpunkt entfernt,
außerdem ist die ganze Flotte da draußen im Weg." "Nun-"
Bevor der Soldat weiterreden konnte hustete jemand links von ihnen, auf dem Boden. Der
Commander war wieder wach, wischte sich mit einem Ärmel das Blut vom Gesicht, schaute
dann - immer noch liegend - den Soldaten fest an. "Meldung, Corporal!" "Sir! Wir sind
an einem Wendepunkt mitten in eine Schlacht zwischen unseren und feindlichen Schiffen
geraten! Eine Kollision mit einem anderen Schiff brachte uns kurz vom Kurs ab! Das
Schiff selbst ist dadurch nicht in Mitleidenschaft gezogen worden! Als Zivilschiff
werden wir jedoch als Feind angesehen, Sir!" "Helfen Sie mir auf!" "Jawohl, Sir!"
Der Offizier stützte sich auf den Soldaten, dirigierte ihn beim Gehen zur
Kommunikationskonsole. Das Schiff wurde durchgeschüttelt, als es von weiteren Raketen
getroffen wurde, doch die beiden fielen nicht. Als sie an der Konsole ankamen tippte
der Commander darauf herum. Eine lange Minute später stellten die Militärschiffe
das Feuer auf den Frachter ein. "Danke, Commander. Was habt Ihr getan?"
"Ein Erkennungssignal geschickt. Es identifiziert uns als Militärtransport. Ah...
hab Ihr ein Medipack an Bord? Ihr habt da eine Wunde." Er deutete auf Mytalas Arm.
Sie wurde verlegen bei dem Gedanken, dass der Mann zuerst an ihre Verletzung
dachte, obwohl er selbst verwundet worden war.
Zwei Tage danach war Mytala zurück auf Corellia. Jon war zufrieden, sprach ihr ein
paar Komplimente aus. Erklärte ihr Geschäftliches, dass er sie wegen der guten Leistung
von nun an nur noch für Militäraufträge und andere gutbezahlte Aufgaben einsetzen würde.
Sie selbst bekam das alles nicht so richtig mit, war immer noch ganz aufgeregt, lebendig
zurückgekommen zu sein.
Einige Wochen später stellte Jon Mytala einem Mann vor. Er war stiller Teilhaber von
Jons Firma, hatte selbst ein eigenes Unternehmen. Dieser Mensch hieß Mor Pheus.
Nach und nach erfuhr Mytala mehr über den Mann und sein Unternehmen. Es nannte sich die
Schwarze Sonne. In ihrem Schiffscomputer war dazu nicht viel gespeichert. Offenbar ein
Industrieunternehmen mit weitreichenden Interessen. Mytala hatte kurz den Verdacht, dass
der Eintrag nicht stimmen konnte - der Aufbau dieser Informationsseite wich von den
übrigen ab -, dachte sich jedoch nichts dabei und vergaß es bald.
Neben den Aufträgen für Jon flog sie auch manchmal für Mor Pheus - Passagiere, Dokumente,
kleinere Fracht. Begleitet wurde sie dabei meist von einem Geschwisterpaar, Hekyto und
Minako Sarrn, zwei Menschen. Sie waren oft zu Späßen aufgelegt, wenn es jedoch hart auf
hart ging waren sie Profis.
Zu einigen Treffen kam Mor Pheus in Begleitung einer Frau - Mytala fand sie irgendwie
gruselig. Gruselig, weil sie sich zu freizügig kleidete, goldfarbene Iris hatte, sehr
ernst und finster im Auftreten und Benehmen war und in Mytala ein Gefühl von Vertrautheit
auslöste - sie gleichzeitig aber auch sehr nervös machte.
Eines Tages, nach einem Geschäftsessen mit Jon, Mor Pheus, dieser Frau und weiteren
Menschen, die als Geschäftspartner vorgestellt worden waren, kam die Frau auf Mytala
zu. Sie stellte sich als Pana Dora vor. Redete mit Mytala über Belangloses, den Job
und versuchte von Mytala etwas über ihre Vergangenheit herauszufinden. Schließlich
kam Pana zu dem Thema, das sie anscheinend wirklich interessierte. Die Macht.
Auch Pana Dora hatte ein seltsames Gefühl in Mytalas Nähe gespürt. Sie erklärte,
dass dies oft geschieht, wenn zwei machtbegabte Wesen sich nahe kommen.
In den nachfolgenden Wochen trafen sie sich sehr häufig, unterhielten sich über die
Macht. Erzählten einander von ihren Leben und lernten sich kennen. Bald machte die
Menschenfrau der Twi'lek ein Angebot: sie in den Wegen der Macht auszubilden.
Mytala war perplex "wie, 'ausbilden'?" "Du sagtest selbst, dass du beim Glücksspiel
etwas gefühlt hattest. Dieses Gefühl, diese Begabung, kann man ausbilden. Ich kann
dich lehren, die Macht zu nutzen. Sie bietet den Weg zu mannigfaltigen Fähigkeiten.
Zu einem Leben, zu einem Verständnis des Universums, das dich mit Wärme ausfüllt."
Kapitel 6: Flug in den Sonnenuntergang
Zwei Jahre lang trafen sich Pana und Mytala und übten den Umgang mit der Macht.
Für Jon arbeitete die Twi'lek seit einem Jahr nicht mehr, arbeitete nur noch für
die Schwarze Sonne. Sie erhielt ihre Aufgaben entweder von Pana direkt oder über
die Geschwister Sarrn. Die beiden waren bei fast jedem Flug Teil der Crew. Mytala
hatte inzwischen erfahren, was die Schwarze Sonne wirklich war: ein Syndikat mit
einem großen Spionagenetzwerk. Mytala arbeitete nun öfter in diesem Bereich, der
Informationsbeschaffung, und immer seltener als Transporterin.
Mytala war selbstbewusster geworden. Sie zeigte dies nicht, wenn einer der Bosse
zugegen war - dann war sie mehr wie Pana Dora, finster und schweigsam.
Ihre Fähigkeiten in der Macht waren gewachsen. Sie konnte Gegenstände bewegen,
wenn sie sich konzentrierte. Ihre Reflexe waren schneller geworden. Seit drei
Monaten übte sie, mit einem Lichtschwert zu kämpfen. Mytala fühlte sich...
Pana hatte Recht - durch die Macht fühlte sie sich mit dem Universum verbunden.
Ihr war warm ums Herz, ganz anders, als in der Cantina oder während der ersten
Zeit danach.
Die Zeit verstrich. Mytala war inzwischen sehr fähig geworden, die Macht zu nutzen.
Brauchte sich nicht mehr so sehr anzustrengen und ihre Konzentration zu fokussieren.
Sie hatte auch ein eigenes Lichtschwert konstruiert. Pana lehrte sie, mit der
Waffe zu kämpfen, eins mit ihr zu werden. "Das Auftreten... dein Auftreten mit der
Waffe, wie du dich gibst und aufspielst, kann schon der halbe Sieg sein."
Die Twi'lek lernte gierig, was Pana sie lehrte. Glaubte aber, dass sie ihr nicht alles
zeigte. Sie dachte jedoch nicht oft daran, ihre Aufträge für die Schwarze Sonne
lenkten sie ab.
Wobei Mytala gelegentlich einen gewissen Ekel empfand: ihre Aufträge nötigten sie
manchmal dazu, als Tänzerin oder Callgirl zu arbeiten - sie hatte gehofft, diesen
speziellen Teil ihres Lebens endlich hinter sich gelassen zu haben.
Von derselben Art war auch ihr aktueller Auftrag, die Farpoint-Mission genannt.
Es sollte Mytalas letzte Mission für die Schwarze Sonne werden.
Mytala hatte sich nach Anaxes begeben. Informationen der Sonne zufolge wurden
dort neue Jäger- und Waffenprototypen gefertigt. Mytala sollte sich Zutritt zu
den Forschungslabors und Waffenfabriken verschaffen, um Konstruktionspläne
und Waffen zu "befreien" - man sprach in der Organisation nicht von Raub.
Die Twi'lek hatte einen Job als Tänzerin und Bedienung in dem noblen Nachtlokal
ergattert, in dem die hochrangigen Offiziere oft zu Gast waren. Es dauerte fast
zwei Monate, bis sie die richtigen Offiziere entdeckt und sich bei einem von ihnen
eingeschmeichelt hatte. Minako und Hekyto waren inzwischen eingetroffen und
warteten nur auf das Startsignal. Während Mytala die Passwörter und Zugangskarten
besorgen sollte war es den Sarrn Geschwistern aufgetragen worden, die Grundrisse
der Gebäude zu studieren und sich mögliche Fluchtwege, etwaige Verstecke, vor
allem jedoch Gefahrenzonen einzuprägen. Sobald die drei sich in den Einrichtungen
befanden, um die gewünschten Daten zu befreien, war keine Zeit sich auf Pads
einen Weg zu suchen.
Fortsetzung folgt
vielen lieben Dank...
... Mekden Zolu für das Layout des zentrierten Steckbriefes
... Dawn, Criss und Xasero für die Unterstützung beim Zusammenstellen meiner Ausrüstung
... Qypebe, dass du die letzten Jahre so viel am Spiel gearbeitet hast
in Bearbeitung
Fehlerkorrektur kommt noch

